1 Oberflächentyp auswählen
Der Wärmeübergangswiderstand bezieht sich auf Oberflächen, die direkt mit der Luft in Kontakt stehen und den U-Wert der äußeren Gebäudehülle beeinflussen. Der Wärmeübergangswiderstand hängt von der Richtung des Wärmestroms, der Oberflächentemperatur, dem Emissionsgrad der Oberfläche und bei Außenoberflächen zusätzlich von der Windgeschwindigkeit ab. Zunächst ist auszuwählen, ob es sich um eine innere (warme) oder äußere (kalte) Oberfläche handelt, und die Richtung des Wärmestroms ist festzulegen.
Bei Wänden verläuft der Wärmestrom typischerweise horizontal. Dazu zählen auch Wärmeströme, die einen Winkel von ±30° zur horizontalen Ebene bilden. In diese Kategorie kann beispielsweise auch ein steiles Dach, etwa ein Mansarddach, fallen, wenn die Dachneigung mehr als 60° beträgt.
Bei Dächern und oberen Geschossdecken verläuft der Wärmestrom typischerweise nach oben. Dazu zählen Wärmeströme, die einen Winkel von +30° bis +90° zur horizontalen Ebene bilden. In diese Kategorie fallen daher Dächer mit einer Neigung von weniger als 60°.
Bei Bodenplatten auf Erdreich, Fußböden über belüfteten Hohlräumen und Kellerböden verläuft der Wärmestrom typischerweise nach unten. Dazu zählen Wärmeströme, die einen Winkel von −30° bis −90° zur horizontalen Ebene bilden.
Bei einer Außenoberfläche ist außerdem zu unterscheiden, ob die Oberfläche direkt an die Außenluft oder an einen gut belüfteten Luftspalt grenzt, zum Beispiel bei einer hinterlüfteten Fassadenbekleidung. Ein Luftspalt gilt als gut belüftet, wenn die Fläche der Lüftungsöffnungen bei vertikalen Luftschichten, zum Beispiel in Wänden, größer als 1500 mm² je horizontalem Laufmeter ist oder bei horizontalen Luftschichten, zum Beispiel in Dächern, größer als 1500 mm² je m² Dachfläche ist.
2 Oberflächentemperatur
Der Wärmeübergangswiderstand hängt von der Oberflächentemperatur ab. Als Standardwerte werden für die Außenseite +10 °C und für die Innenseite +20 °C angesetzt.
3 Emissionsgrad der Oberfläche
Der Wärmeübergangswiderstand hängt auch vom Emissionsgrad der Oberfläche ab. Der Grundwert für übliche Baustoffe beträgt 90 %. Durch die Verwendung spezieller Materialien, zum Beispiel einer Aluminiumfolienkaschierung mit 3–5 % oder einer Beschichtung mit niedrigem Emissionsgrad mit 15–25 %, kann der Emissionsgrad reduziert werden. Dadurch erhöht sich der Wärmeübergangswiderstand und die Wärmedämmwirkung verbessert sich.
4 Windgeschwindigkeit
Bei Außenoberflächen hängt der Wärmeübergangswiderstand auch von der Windgeschwindigkeit ab. Der standardmäßige Ausgangswert beträgt 4 m/s. Nimmt die Windgeschwindigkeit ab, steigt der Wärmeübergangswiderstand und die Wärmedämmwirkung verbessert sich.